Bären

Hotel Bären, das Herz von Bäretswil, das bis 1970 das Dorfbild dominierte und das Zentrum für gesellschaftliche Anlässe war.

Der Bären gis wurde 1834/35 von Wirt und Gemeindepräsident David Wolfensberger erbaut und war mehr als 130 Jahre das Herz von Bäretswil. Das Hotel musste 1970 dem Verkehr weichen. Was blieb ist der Name Bärenplatz (vor dem Bau des Bären Dorfplatz genannt).
Der Bären hatte auch eine Brückenwaage (diese mussten von der Obrigkeit bewilligt werden).
Gut sichtbar waren die höheren Fenster im zweiten Stock, wo sich der grosse Saal befand. Dort wurden alle bedeutenden Anlässe wie Hochzeiten, Vereinsanlässe und Volkstheater gefeiert[1].

Dazu A. Sierszyn[2]:
«Während über 130 Jahren spielt sich im neuen „Bären“ das kulturelle Leben der Gemeinde ab. Der Gemeinderat hält hier die meisten seiner Sitzungen. Guyer-Zeller steigt mit seiner Droschke ab, um sich mit der Bäretswiler Prominenz zu unterhalten. 1887 erstes Telefon der Gemeinde bei Wirt Heinrich Dürsteler. Viehmarkt, Chilbi und Kundgebungen finden auf dem Bären statt, und manche Kutschenhochzeit strebt am Abend auf den „Bären“ zu. Tiere sonder Zahl werden auf der Brückenwaage vor dem Gasthof gewogen. Zehn Wirtegenerationen geben ihr Bestes:
1835 David Wolfensberger,
1863 Emil Wolfensberger,
1887 Heinrich Dürsteler (Wirt und Gemeindeschreiber),
1895 Viehdoktor Johannes Stössel,
dann Familie Furrer (baut 1916 die Metzg nebenan),
Frau Hauser, Familie Daniel, Ruedi Heusser, August Bernhard-Nobs, Dora Bernhard, Familie Meier.

Der Abbruch des Bären, der Verlust seiner Ambiance und die Übereignung des ganzen Platzes an den schnellen Verkehr ist 1970 ein herber Verlust für Bäretswil, denn eigentlich gehört ein „Bären“ zu Bäretswil wie die Eulen nach Athen.
Bärenwirt Furrer baut 1916 die „Metzgerei zum Bären“, ab 1927 Metzgerei Alwin Bertschinger, Vater & Sohn, ab 1980 Dorfmetzg Daniel Meier.»

Abbruch des Gasthofes «Zum Bären» – Bericht der Zürcher Denkmalpflege

„Trotz den für unbedingte Erhaltung plädierenden Gutachten der NHK und der KDK wurde der 1834/35 erbaute Gasthof «Zum Bären» im Jahre 1969 zugunsten des Verkehrs abgebrochen. Der einst fast an derselben Stelle stehende Vorgänger hiess von etwa 1804 bis 1810 «Zum Löwen», vor- und nachher «Zum Bären». Staatsarchivar U. Helfenstein hat die Gastwirte ab 1678 zusammengestellt.
Die Liste liegt bei den Akten der kantonalen Denkmalpflege.
Durch den Abbruch des «Bären» ging Bäretswil eines ansehnlichen, sehr harmonischen, gut erhaltenen Gebäudes verlustig, das einst einen wichtigen Bestandteil des Ortskernes gebildet hatte.“[3]

NHK – Natur- und Heimatschutzkommission
KDK – Kantonale Denkmalpflege-Kommission

Einzelnachweise

[1]Walter Rogger: Heimatspiegel, Monatsbeilage des ZO. April 1970, Nachruf auf einen stolzen Riesen
[2]A. Sierszyn, J. Albrecht: Bäretswil. Ein Heimatbuch. Hrsg. Pol. Gem. Bäretswil 2015, Inhaltsverz. S.485f
[3]Denkmalpflege Kt. ZH. 1973, Zürcher Denkmalpflege 6. Bericht, 1968-1969

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