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Kleinbäretswil-Luegeten-Stüssel-Frauebrünneli-Hütten-Kleinbäretswil
Kleinbäretswil-Luegeten-Stüssel-Frauebrünneli-Hütten-Kleinbäretswil

ca.1970 / A.Egli [PEA.KLB1.012]

Fritz (1911 – 1985) und Lisi (1912-1996) werden sehr gute Freunde der Bergler. Fritz ist Zimmermann und hat immer gerne etwas zu „werchen“. Immer hatte Fritz auch eine helfende Hand, wenn es etwas zu werken oder zu helfen gab im Dorf. Im Laufe der Zeit kam der Wunsch nach einem «Feriehüsli» auf dem Berg auf und sie können dies verwirklichen mit einem bescheidenen Hüttli unterhalb Meiers Stüssel, das Fritz auch mal scherzhaft seine «Schwanderhöhe» nannte. Fritz und Lisi weilten mit ihren 2 Kindern, Fritzi und Max, von nun an oft in ihrem Hüsli. Aber sie wollten nicht nur die schöne Oberländer Landschaft geniessen, ganz im Gegenteil, es waren gesellige Leute und dank ihnen gab es bald ganz neue Aktivitäten in unserem Dorf. So wurde der 1. August zum Festtag. Für die Kinder gab es einen Lampionumzug vom Dörfchen bis zum Hüsli, dort wartete ein riesiger Reisighaufen darauf entflammt zu werden um die Botschaft der «Freien Schweizer» weit hinaus in die Landschaft zu tragen. Vorbereitet war auch eine kleine Festwirtschaft und es gab wohl im Dorf unten kaum jemand der zurückgeblieben war. Etwas abseits war Platz um all die Raketen, Chlöpfer, Hüler und Vulkane abzufeuern, was natürlich besonders die Kinder freute. Lustig und gesellig ging es zu, bis dann auf dunklen Wegen der Abstieg ins Dorf gewagt wurde. Es soll Bauersleute gegeben haben, die am frühen Morgen gerad rechtzeitig zum Melken zu Hause waren. Aber auch sonst stieg man gerne mal zu Fritz und Lisi hoch, denn immer, wenn die Schweizerfahne aufgezogen war, hiess es, wir sind da. Mit der Zeit gab es auch eine Kegelbahn, und da waren natürlich die Kinder gefragt als «Chegelbuebe». Viele Bergler verbrachten gerne mal einen schönen Sonntagnachmittag bei Fritz und Lisi. Man sah die beiden aber auch in der Wirtschaft Walder (später Wirtschaft Berg), beim Jassen, bei Fasnachtsanlässen (Lisi war eine begeisterte Fasnächtlerin) und und und – Fritz war in geselligem Kreis immer ein gern gesehener Gast der mit seinem Humor und seinen Erzählungen stets eine angeregte Stimmung verbreitete. Ab und zu klopfte man auch mal einen Jass in der Wirtschaft, Mitspieler und Kommentatoren gab es immer genug, z.B. Stürsekretär Albert Egli, Ernst Fahrni vom Sädel, dä Hermann Egli vom Vogelsang, dä Vogelsang Schaaggi, dä Köbeli Dänzer, dä Riser Paul und öppe au Lüüt vom Lee – und sogar vo Bäretswil. Und wenn es nichts mit Jassen war, dann fachsimpelte man halt über allerlei Themen, ein Lieblingsthema von Fritz war Velorennen – da konnte er die Leute unterhalten mit spannenden Erzählungen und – fundiertem Wissen, denn sein grosses Hobby in dem er den Ausgleich zu seiner harten Arbeit fand war der Radsport. In unzähligen Strassenrennen erreichte er gute Ränge, vor allem im süddeutschen Raum. Und anno 1935 war er sogar Schweizermeister im Mannschaftsfahren. Nach der Ära Fritz und Lisi übernahm die Jungmannschaft 1986 das Hüttli – Sohn Fritz mit seiner Frau Ruth waren nun öfters zu sehen, sie hegten und pflegten das kleine Anwesen mit Herzblut und blieben auch der Bevölkerung treue, gute Freunde. Auch viel später noch besuchten sie betagte Bergler zu Hause oder im Altersheim. Doch auch sie wurden älter und beschlossen das kleine Hüsli zu verkaufen. Zum Glück interessierte sich ein ehemaliger Bergler dafür, und so übernahm am 1. Juli 2014 Bruno Litschi (aufgewachsen im Sädel) zusammen mit seiner Frau das legendäre Häuschen mit Umschwung. Ein kleines, schönes Fest im Herbst besiegelte die Übergabe an die neuen Besitzer. Bruno ergriff nur kurz das Wort und sagte: «Ich halte es wie meine Vorgänger – bin ich da, ziehe ich die Schweizerfahne auf und ihr seid herzlich willkommen auf einen Schwatz»

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