Gesangfest 1904

Das Bezirksgesangfest von 1904 war für Bäretswil ein Grossereignis[1].
Im Organisationskomitee des Festes war die ganze Dorfkorona der Jahrhundertwende sichtbar:

Festkarte zum Bezirksgesangfest in Bäretswil von 1904 mit Blick auf die Stalden Mühle, das alten Lettenschulhaus, den damals neuen Bahnhof mit Brücke und die Kirche.
  • Dr. Johannes Stössel (Ehrenpräsident, Zürich)
  • dessen Schwiegersohn Major Hans Bünzli (Organisations- und Festpräsident)
  • Gemeinde- und Gerichtspräsident Jakob Fischer (Empfangs- und Quartierkomitee)
  • Fabrikant Fritz Schärer (Präsident Finanzkomitee)
  • Fabrikant Emil Spörri (Quästor)
  • Fabrikant Arnold Spörri (Präsident Baukomitee)
  • Friedensrichter und Lindenwirt Heinrich Stössel (Wirtschaftskomitee)
  • Posthalter Hermann Meyer (Musik- und Unterhaltungskomitee)
  • Dr. med. J. Moor (Dekorations- und Sanitätskomitee)
  • Oberleutnant Theodor Hürlimann (Polizei- und Schiesskomitee)
  • Sekundarlehrer und Dirigent R. Baumann
  • Dorfschmied und Männerchor-Präsident Jean Kunz (Beisitzer)

Pfarrer Wolf beschreibt das Fest in seiner Chronik am 10./11./17. Juli 1904[2].

Der Bezirksgesangverein 1842 bis heute

Der Bezirksgesangverein wurde 1842 als Sängerverein am Allmann gegründet. Mitglied waren 12 Männerchöre des Bezirks, darunter die zwei! Männerchöre Bäretschweil und Adetschweil. Die Ziele des Bezirksgesangverein waren die Unterstützung des fortschrittlichen Sinnes und die Förderung der Freiheits- und Vaterlandsliebe. 1851 kam dann zum Allmannverein die Vereinigung von Gemischten Chören, der Bachtelverein, dazu. Die fast jährlichen Gesangsfeste waren Volksfeste und Wettstreit zugleich, bewertet mit Gold-, Silber-, Bronze- und grünen Lorbeerkränzen. Da keine genügend grossen Säle vorhanden waren, verschaffte sich der Verein eine Sängerhütte, die jeweils am Festort neu aufgebaut wurde. 1873 schlossen sich Allmann- und Bachtelverein zusammen und gaben sich 1880 den Namen Bezirksgesangverein Hinwil, neu auch mit Frauen- und Töchterchören. Beim grössten Gesangfest 1925 nahmen gut 30 Vereine mit 2300 Sänger/innen teil! Aber in den 1960er Jahren begannen die Zahlen zu schwinden und die Lorbeeren zu verblassen. 1992 feierte man beim Bezirksgesangfest in Hinwil das 150-jährige Bestehen des Vereins mit über 1000 Sänger/innen mit Gesangswettbewerb und Sonderausstellung. Das letzte Bezirksgesangfest fand 2009 in Hinwil statt. Am 1. Juli 2009 wird der Bezirksgesangverein abgelöst vom Chorverband Zürcher Oberland. Bezirksgrenzen werden aufgelöst und Konzertchöre kommen dazu … und 2020 kam das Corona Virus.
2021 umfasst der Chorverband die Bezirke Hinwil, Meilen, Pfäffikon und Uster mit insgesamt 8 Frauen-, 13 Männer-, 9 Gemischten- und 1 Kinder/Jugend-Chor.

Weitere Gesangfeste in Bäretswil

Ein früheres Sänger- und Jugendfest, angestossen vom jungen Leutnant Hans Bünzli, fand 1875 auf der Spörriwiese statt, mit Festpräsident David Wolfensberger und Festredner Regierungsrat Johannes Stössel, eröffnet mit einem „Begrüssungschor der Gesangsvereine von Bäretswil“ – dirigiert vom Volkslieder-Komponisten Ignaz Heim (1818 – 1880)[3].

Das erste Bezirksgesangfest in Bäretswiler fand 1845 statt
… und dann kam noch das Jugendfest 1927 zur 100-Jahr Feier der Ref. Kirche mit dem Festspiel des Dichters O. Schaufelberger[4].
Wie gross die Begeisterung für Chor und Musik auch 1960 noch war, zeigen der «Bezirkssängertag» und das Zürcher «Kantonal-Musikfest» in Bäretswil (Heimatspiegel Juni 1960)

Einzelnachweise

[1]A. Sierszyn, J. Albrecht: Bäretswil. Ein Heimatbuch. Hrsg. Pol. Gem. Bäretswil 2015, Inhaltsverz. S.261f
[2]Pfr. Jacob Wolf: Chronik der Kirchgemeinde Bäretswil 1901-1907. Archiv der Kirchgem. Bäretswil 2020, Transkription von M. Suter S.8f
[3]A. Sierszyn, J. Albrecht: Bäretswil. Ein Heimatbuch. Hrsg. Pol. Gem. Bäretswil 2015, Inhaltsverz. S.258f
[4]Otto Schaufelberger: Frieden und Freude, Jugendfest 1927. Graph. Werkstätte Bäretswil 1927, Fotokopie

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