Stutz Ernst

Stutz Ernst (1903-1971), Landwirt, Kantonsrat und Gemeindepräsident (BGB/SVP) 1966-1971

Portrait von Ernst Stutz (1903-1971), Landwirt, Kantonsrat und Gemeindepräsident (BGB/SVP) 1966-1971 von Bäretswil.

Erst Stutz wird am 11. April 1903 auf einem kleineren Bergbauernhof in der Tanne geboren. Mit einer Schwester und einem Bruder verlebt er in der Aussenwacht seine Jugendzeit. Sein Bruder wird Lehrer, seine Schwester arbeitet auswärts, also liegt es an ihm, das väterliche Heimwesen zu übernehmen.

1929 heiratete er Maria Steiner. Zwei Kinder werden ihnen geschenkt. Schon in jungen Jahren interessiert sich Ernst für die Politik. Autodidaktisch arbeitet er sich im Lauf der Jahre in die vielschichtigen Belange der Öffentlichkeit ein. Er tritt der Bauernpartei bei und wird 1934 in den Gemeinderat gewählt.

Als Bergbauer bekommt er die Nöte der schwer arbeitenden Bevölkerung besonders während der Krisenjahre am eigenen Leib zu spüren, und das weckt in ihm mehr und mehr den Politiker. 1943 wird er auf der bäuerlichen Liste in den Kantonsrat gewählt. Wir finden ihn in diesem Rat beinah 40 Jahre bis zu seinem Tod 1971, zwölf Jahre als Sekretär. 1966 wird Stutz in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit René Sunier von der FDP mit einer Stimme über dem absoluten Mehr als Gemeindepräsident gewählt.

Viele suchen seinen Rat, und zahlreiche Institutionen berufen ihn als ihren Mitarbeiter. Er ist Vorsitzender der BGB-Bezirkspartei und Präsident der Spitalkommission Wetzikon. Beim Bezirksgericht wirkt er als geschätzter Richter. Weiter stellt er sich der Bezirks-Jugendkommission, der AHV-Kommission und der Landwirtschaftlichen Schule in Wetzikon zur Verfügung.

In Stutzens Gesicht liegt ein Zug von Güte. Er sucht und findet auch für kleine Leute Zeit. Bei Stutz finden sie Verständnis und Hilfsbereitschaft, wenn sie ihm ihre Anliegen vortragen.

Am Freitagabend, den 1. Oktober 1971, hat er in der Kirche eine überaus bewegte Gemeindeversammlung zu leiten. Das kontroverse Thema einer Bauzone am Rosinliberg zieht sich bis gegen Mitternacht. Am andern Morgen in der Früh, als er seinem Sohn im Stall behilflich ist, erliegt er einem Herzversagen.
A. Sierszyn, Okt. 2020

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