Katholische Kirche

Kath. Kirche von Bäretswil, erbaut 1990
Kath. Kirche von Bäretswil, erbaut 1990

Die römisch-katholische Kirche von Bäretswil samt der Entstehungsgeschichte der Kirchgemeinde ist in Wikipedia unter Bruder Klaus (Bäretswil)[1] umfassend beschrieben. Diese Arbeit geht weitgehend auf die Bäretswiler Journalistin Liselotte Forster und ihr Buch «70 Jahre katholisch Bäretswil 1940-2010» [2] zurück.
Mangels finanzieller Mittel wurde 1943 eine Kapelle gebaut und dem Bruder Klaus geweiht, auch Bergkapelle genannt. Trotz der verstärkten Einsicht in die Ökumene, die das zweite Vatikanische Konzil (1962-65) förderte und gegen die Bemühungen von Pfarreimitgliedern, statt dem Bau einer neuen Kirche die Zusammenarbeit mit der reformierten Kirche zu suchen, liess es sich der «Kirchenbauer» Pfarrer Andreas Gamma nicht nehmen, nach seinen neuen Kirchenbauten in Gossau und Wetzikon auch in Bäretswil eine neue Kirche zu bauen, die dann 1990 feierlich eingeweiht wurde.

Der weite Weg von der Genesis zum Weltethos von Hans Küng

Der Teil der Schöpfungsgeschichte von der Erschaffung des Menschen wurde von Priestern im babylonischen Exil im 6. Jh. v.Chr. geschrieben. Über Jahrhunderte hat die Kirche die Stelle Gen. 1,28 (replete terram et subicite eam – füllet die Erde und unterwerft sie euch) als Aufruf zur Kinder Zeugung und zum Herrschen des Menschen über die Natur verstanden.
Jahwe, mit dem Israel einen Bund schloss, war ein nationaler Gott, bestimmt nur für das Volk Israel. In der Synode von Antiochia 268 setzte dann Paulus gegenüber Petrus durch, dass auch die Ausländer, die Heiden, in den Bund aufgenommen wurden.
Im Konzil von 1962-65 unter Papst Johannes XXIII hat in der katholischen Kirche ein Paradigma Wechsel stattgefunden. Der Anspruch, dass das Christentum die allein-selig-machende Religion sei, wurde aufgegeben. Und mit der Enzyklika «Laudato si’» leitete Papst Franziskus 2015 ein fundamentales Umdenken ein, weg von der Umwelt-Ausbeutung und Verschmutzung hin zur Wahrung der Schöpfung. Und er weist darauf hin, dass damit auch die Bekämpfung der Armut zusammen hängt.

Interreligiöser Dialog in Corona Zeiten mit Bischof Joseph Bonnemain und kath. Synodalratspräsidentin Franziska Driessen
Interreligiöser Dialog in Corona Zeiten

Bedeutend war auch der Beitrag des Schweizer Theologen Hans Küng (1928-2021). In Konflikt mit der Kirche kam er nicht zuletzt wegen seiner Ablehnung des Dogmas von der Unfehlbarkeit des Papstes, das im Ersten Vatikanischen Konzil 1870 eingeführt wurde. Sein Vermächtnis ist aber sein Postulat von einem Weltethos, das alle Weltreligionen verbindet und über den Dogmen der verschiedenen Religionen steht. Für ihn war klar, dass es keinen Frieden unter den Nationen geben kann ohne den Frieden unter den Religionen und dass dafür Dialog und globale ethische Massstäbe unabdingbar sind.[3] [4] [5]

Speziell an kath. Bäretswil ist, dass es rechtlich nicht eine Pfarrei, sondern nur ein Pfarr-Rektorat ist. Damit haben die Mitglieder nicht einmal das Recht, bei einer Pfarrwahl eine Empfehlung abzugeben. Aber solange die Kirche an ihrer Sexualmoral festhält und die Selektionskriterien darin liegen, dass die Pfarreileitung ein männlicher, eheloser und geweihter Priester sein muss, wird es zunehmend schwieriger, sich mit deren Kurs zu identifizieren.[6]

Einzelnachweise

[1]Wikipedia. , Bruder Klaus (Bäretswil)
[2]Liselotte Forster: 70 Jahre katholisch Bäretswil 1940-2010. Hrsg. Röm-kath. Kirchenstiftung Bäretswil 2011
[3]Michael Meier: Zürcher Oberländer. 7. April 2021, Hans Küng - Ein rationaler Mensch der Tat
[4]forum, kath. Kirche ZH. 9/2021, 1. Mai, Erinnerungen an Hans Küng
[5]Anna Six: Zürcher Oberländer. 20. April 2021, Interreligiöser Dialog in Corona Zeiten, mit Bischof Joseph Bonnemain und kath. Synodalratspräsidentin Franziska Driessen
[6]Michael Meier: Zürcher Oberländer. 25.08.2021, Ist die Erneuerung der Kirche nur eine «Alibiübung»?

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