Fehrenwaltsberg

Fehrenwaltsberg, auch Fehrenwaldsberg geschrieben, liegt auf der Allmannkette nahe dem Passübergang Ghöch, auf knapp 1000 Metern über Meer. Zusammen mit Ghöch, Kleinbäretswil und den umliegenden Höfen gehört der Weiler seit dem Mittelalter zur Gemeinde Bäretswil. Geografisch liegt das Gebiet allerdings auf der anderen Seite der Wasserscheide und weist teilweise eher gegen Fischenthal.

Kleinbäretswil, links davon das Schulhaus Berg, darüber Fehrenwaltsberg

Ein alter Siedlungsraum

Die Geschichte von Fehrenwaltsberg reicht weit zurück. Kleinbäretswil und vermutlich auch Fehrenwaltsberg gehen auf die alemannische Landnahme des 8. oder 9. Jahrhunderts zurück. Der grosse Hof Fehrenwaltsberg entwickelte sich im Hochmittelalter zu einem bedeutenden Siedlungsplatz.

Eine besondere Rolle spielten dabei die Walpensperger, ein örtliches Adelsgeschlecht. Zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert verfügten sie über grössere Gebiete an den Flanken des Allmanns sowie im Raum Wappenswil und Tisenwaltsberg. Durch Rodungen entstanden neue Wiesen, Weiden und Äcker. Der Name «Walpersperg» beziehungsweise «Waltsberg» dürfte auf diese Familie zurückgehen.Sie hatten ihren Sitz allerdings bereits im 14. Jahrhundert aufgegeben und waren Bürger der Städte Rapperswil und Zürich geworden.

Vom Fehrenwald zur Kulturlandschaft

Die mittelalterlichen Rodungen veränderten die Landschaft nachhaltig. Aus Waldflächen entstanden Höfe und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Noch heute erinnern Flur- und Ortsnamen an diese Entwicklung.

Auch die Verbindung zum benachbarten Wappenswil ist bemerkenswert. Der dortige Waltsberg wird ebenfalls mit den Herren von Walpensperg in Verbindung gebracht. Im 17. Jahrhundert begann man zwischen dem «fehren» und dem «neheren Walpensperg» zu unterscheiden. Aus dieser Namensgeschichte erklärt sich die heutige Bezeichnung Fehrenwaltsberg.

Kirchlich wurde der Berg früh an Bäretswil gebunden. Nach 1200 traten die Walpensperger in das Gefolge der Rapperswiler, die in der Gegend die Herrschaft Greifenberg aufbauten. In diesem Zusammenhang wurden Fehrenwaltsberg, Ghöch und Kleinbäretswil dem Kirchdorf Bäretswil zugeordnet. Spätere Versuche der Gemeinde Wald, das Gebiet ihrem Gemeindebann zuzuschlagen, scheiterten.

Eine Schule schon im 17. Jahrhundert

Besonders bemerkenswert ist die Geschichte der Schule. Pfarrer Julius Studer berichtet in seiner Chronik sogar von Unterricht auf dem Fehrenwaltsberg im 14. Jahrhundert durch «fahrende Scholare». Sicher belegt ist eine Schule spätestens für 1641/42. Damals besuchten rund 40 Kinder die Winterschule auf dem Fehrenwaltsberg.

Das war für die damalige Zeit aussergewöhnlich früh. In anderen Bäretswiler Aussenwachten entstanden vergleichbare Schulen erst im 18. Jahrhundert. Um 1690 soll die Bergschule bereits rund 40 Schüler umfasst haben. Besonders bemerkenswert war offenbar auch die Bildung einzelner Lehrer: Ein Lehrer jener Zeit soll neben Deutsch sogar Hebräisch, Griechisch und Latein beherrscht haben.

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Das Schulhaus von 1837

Im Zuge der Erneuerung des Schulwesens in der Regenerationszeit entstand Mitte des 19. Jahrhunderts ein neues Schulhaus. Nach längeren Beratungen wurde der Bauplatz im Hanfland gewählt. Am 21. Dezember 1837 konnte im neuen Schulhaus erstmals unterrichtet werden.

Das Schulhaus lag ungefähr auf halbem Weg zwischen Kleinbäretswil und Fehrenwaltsberg. Damit war es für die beiden Aussenwachten gut erreichbar. Es entwickelte sich bald zu weit mehr als einem Schulhaus: Hier traf man sich zu Chorproben, Vereinsanlässen, Weihnachtsfeiern und Abstimmungen. Auch Männer- und Töchterchor sowie Instrumentalmusik hatten hier ihren Platz.

Eine besonders lange Amtszeit hatte Anna Schaufelberger, die von 1910 bis 1961 im Schulhaus Berg unterrichtete. 1960 ernannte sie der Gemeinderat Bäretswil zur Ehrenbürgerin.

Fehrenwaltsberg und seine Familien

Der Weiler blieb über Jahrhunderte landwirtschaftlich geprägt. Eine wichtige Familie war die Familie Egli, deren Geschichte am Fehrenwaltsberg bis um 1600 zurückverfolgt werden kann. Von Kleinbäretswil aus verzweigten sich verschiedene Egli-Linien auf die umliegenden Höfe. Im 19. Jahrhundert sind Egli-Familien unter anderem in Fehrenwaltsberg, Sädel und Kleinbäretswil nachgewiesen.

Auch im gesellschaftlichen Leben der Gemeinde waren Bewohner des Fehrenwaltsbergs engagiert. So gehörte beispielsweise ein Lehrer Egli vom Fehrenwaltsberg 1835 zu den Gründern des Bäretswiler Männerchors.

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