Chuchi Bäretswil

Die «Chuchi Bäretswil» wurde Anfang 1975 von Hans Peter, Karl Müller, Walter Hunziker und Edi Hitz gegründet, dies nach einem fröhlichen Abend im Ochsen zu Bäretswil. Im gleichen Jahr stiess auch noch Coiffeur-Meister Hansueli Hess dazu. Hansueli widmete im Jahre 1984 diesem Ereignis einen Vers:

Vor zää Joor, do sind es paar Manne
schnuerstracks abe in Ochse gange.
Wos hei cho sind, händs stolz verkündet,
geschter hämmer e CHUCHI gründet.
euisne Gründer säged mir Dank
Mit däre glatte Schnitzelbank!
(ganzer Text siehe Literatur)

Wie der Name sagt, ging es ums Kochen, obwohl am Anfang Karl Müller der einzige war der überhaupt kochen konnte. Noch zwei Dinge sind interessant: Erstens, es gab nur ein Mitglied, nämlich Edi Hitz, alle andern waren im Vorstand. Zweitens, alle Gründer und auch Hansueli Hess entstammten dem Sultanat Bäretswil, bei dem es in den Jahren 1974-75 einige Unstimmigkeiten und deshalb vermehrt Austritte gab.

Die «Chuchi-Mannschaft» brauchte natürlich ein Chuchi-Lokal, um ihre Menü-Pläne verwirklichen zu können. So war dies von 1975 – 1986 das Restaurant Frohsinn in Wappenswil bei Claire und Walter Pfenninger; von 1987 – 2021 das Restaurant Freihof, Hinterburg, bei Berti und Hans Planzer sowie Margrit und Raphael Würmli; und von 2022-2023 das Restaurant Traube in Bertschikon bei Werner Heiniger.

So begann alles im März 1975 und endete im September 2024. In dieser Zeit wurde jeden Monat einmal gekocht. Ausserdem rund 2-3 mal im Jahr extern. Die Auftraggeber externer «Chochete» waren meist von privater Natur oder Vereine und Organisationen, nicht nur von Bäretswil, bis nach Hinwil und ins Limmattal pilgerte die Küchenmannschaft zum Kochen. Einige Jahre war die Chuchi-Mannschaft auch Mitglied des Schweizer Clubs kochender Männer (SCKM).

Im Jahre 1976 gab es die Möglichkeit, etwas Eigenes zu mieten und zwar auf Stralegg, von der Alpgenossenschaft Pfäffikon ZH. Ganz schlicht nannte man diesen Schopf das «Eigne». Dies bot Gelegenheit für lockere Zusammenkünfte und die jährlichen Generalversammlungen, logischerweise auch stets mit Kochen und Essen verbunden. Im Jahre 2000 wird dieses «Heimetli» aufgegeben.

Jeden Monat wurde einmal gekocht, das heisst, dass jeder mindestens einmal im Jahr das Zepter führte als Chuchi-Chef, er kochte aber nicht mit, sondern schaute zum Rechten und dass genügend Tranksame vorhanden war. Natürlich wurde nicht nur gekocht und gegessen, sondern auch das Kameradschaftliche gepflegt. Dazu gehörte auch «Die Erle», ein Lied, das Edi Hitz immer mal auf den Lippen trug und die Köche von Anfang an begleitete. Im Jahre 1996 textete H.U. Hess neue Strophen zu dem Lied, das dann die Chochmänner bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten zum Besten gaben – so auch auf Reisen und an den Weihnachtsessen, zur Freude der Partnerinnen. An den Weihnachtsessen wurde auch öfter eine Schnitzelbank vorgetragen, sie entstammte meist aus der Feder von Hansueli Hess, der natürlich die Begebenheiten des Jahres humoristisch auf die Schippe nahm.

Chuchi-Mannschaft Bäretswil
Chuchi-Mannschaft Bäretswil

Natürlich wurden auch Chuchi-Reisli durchgeführt. Diese führten neben einigen Destinationen in der Schweiz auch in europäische Länder und sogar nach Schottland. Dabei standen immer auch das Kulinarische und neue Erlebnisse im Vordergrund, ob beim Bierbrauen in Wald ZH, beim Kochen im Ballenberg, beim Gulaschfäscht in Ungarn, dem Oktoberfest in München, dem Gurkenseminar im Spreewald, dem Military-Tattoo in Schottland oder auf dem 12-plätzigen Schiff «Liberté» durch halb Europa. Immer waren es schöne Reisen.

Ein spezielles Highlight war sicher die Chochete an der Chilbi Bäretswil, erstmals im Jahr 2000. Gekocht wurde auf dem PP Hess und zwar «Chinesisch». Die Essensausgabe wurde total überrannt, so dass die Chuchimannschaft kaum nachkam mit der Beschaffung von Material. Dieser gelungene Auftakt verlangte natürlich nach einer Wiederholung und so dauerte die Chilbichochete bis ins Jahr 2008. Danach befand man, dass der Aufwand einfach zu gross sei und beendete dieses Engagement. Weitere Höhepunkte waren die Suppentage, an denen jeweils zusammen mit der Frauenriege 1000 Liter Gerstensuppe gekocht wurde und dies rund 12 Jahre lang, insgesamt also rund 10’000 Liter Suppe.

Ganz grosse Aufträge waren 125 Jahre Wirte Verband Zürcher Oberland (450 Gäste), 125 Jahre SAC-Sektion Zürcher Oberland (430 Gäste), 600 Jahre Stedtli Grüningen (1000 Gäste, Essen wie vor 600 Jahren) sowie die Kant. Schützen-Delegierten-Versammlung in der MZ-Halle Bäretswil (430 Gäste).

Anlässlich der Generalversammlung vom September 2024 wurde die «Chuchi Bäretswil» offiziell aufgelöst. Die letzten Aktiven waren: Hansueli Hess, Christof Schlatter, Max Linder, Sämi Michel, Werner Heiniger, Andreas Haldi und Beni Beyer (Reihenfolge gemäss Eintrittsdatum).

Albert Egli, März 2026

Literatur

1 - Zürcher Oberländer. 1975, Bericht zur Gründung der «Chuchi»
2 - Chuchi Bäretswil. , Mitglieder und Eckdaten
3 - Chuchi Bäretswil. 1975-2024, Chronik
4 - Chuchi Bäretswil. 1984-1991, Schnitzelbank

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