Geschichte des Kantons Zürich

Wappen des Kantons Zürich

Einen sehr guten Einblick in die Geschichte des Kantons Zürich gibt Wikipedia.

Drei wichtige Aspekte dazu, konzipiert von Dr. Meinrad Suter, finden sich auf der Website des Kantons zh.ch. Da die Beiträge dort gelegentlich neu verlinkt werden, sind sie hier zugänglich:

Dazu einige Daten:

1351 – Die Stadt Zürich verbindet sich mit den drei Urkantonen.

1408 – Die Herrschaft Grüningen wird an die Stadt Zürich verpfändet und diese beabsichtigt nicht, das Pfand zurück zu geben. Erst Napoleon verschafft 1798 den Bäretswilern die Gleichstellung zu den Städtern.

1519 – Huldrych Zwingli führt in Zürich mit Unterstützung der Regierung die Reformation ein. Dabei gerät er in Konflikt zu den Wiedertäufern.

1750 – Die aristokratische Stadt Zürich wird mit den Literaturkritikern Bodmer und Breitinger, den Literaten Salomon Gessner, Lavater, Pestalozzi und Heidegger und dem Verlag Orell, Gessner, Füssli & Comp. zu einem europäischen Hotspot für Literatur und Aufklärung in der 2. Hälfte des 18. Jh.[1]

1795 – Der Stäfnerhandel. Die Textilindustrie am Zürichsee hatte zu Wohlstand geführt, der sich in Lesezirkeln und aufklärerischen Ideen äusserte. In einem «Memorial» wurden von Zürich alte Freiheiten und Menschenrechte zurück gefordert. Die Bewegung wurde durch die Stadt militärisch unterdrückt und die 6 Hauptangeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt.
Goethe besuchte auf seiner 3. Schweizerreise 1797 Stäfa und liess sich zu einem Werk über «Wilhelm Tell» und den Freiheitswillen inspirieren, überliess den Stoff dann aber Friedrich Schiller, der das Drama 1803 veröffentlichte.

1798, 5. Feb. – Auf Druck Frankreichs und des Zürcher Oberlandes proklamiert die Zürcher Obrigkeit die Gleichstellung von Stadt und Land. Ende des Ancien Régime und Einführung der «Helvetischen Republik» am 12. April. Bäretswil wird dem Distrikt Wald zugeteilt. Schulenquête Stapfer zur Reform des Schulwesens.

Die Befreiung des Zürcher Oberlandes von der städtischen Aristokratie durch Napoleon musste aber teuer erkauft werden, wurden doch die Oberländer Gemeinden von den französischen und den russischen Truppen ausgeplündert.

1803, 10. März – Napoleon verordnet der Schweiz die Mediationsverfassung auf den Grundsätzen der Vernunft und des Menschenrechts und macht aus dem Zentralstaat der Helvetik wieder einen föderalistischen Staatenbund.

1813, 23. Dez. – Niederlage Napoleons in der «Völkerschlacht bei Leipzig», Ende der «Mediationszeit». Es folgt die «Restauration» vorrevolutionärer Verhältnisse, die städtische Aristokratie übernimmt die Macht, die Volkssouveränität wird abgeschafft (Wienerkongress unter Metternich, die Schweiz wird zur Neutralität verpflichtet). Bäretswil kommt unter das Oberamt Grüningen.

1814 – Ende der Kontinentalsperre, die Napoleon 1806 verfügte. Dies führte zu einem Preiszerfall von Textilprodukten und grossen wirtschaftlichen Problemen im Zürcher Oberland.

1816 – Inbetriebnahme der Spinnerei Widacher (Rüti) durch Salomon Honegger (Vater von Caspar Honegger) und 1827 der Spinnerei Neuthal durch Johann Gujer (Vater von Adolf Guyer-Zeller).

1830, – Julirevolution in Frankreich: Wirkt wie Signal auf die Zürcher Landschaft: Freiheit (Presse-, Handels- und Gewerbefreiheit…) und Gleichheit (Rechtsgleichheit, Demokratie…)
22. Nov. – Ustertag: Rund 10’000 Männer aus der Zürcher Landschaft versammeln sich in Uster und fordern die Gleichstellung von Stadt und Land und eine «durchgreifende Verbesserung im Schulwesen»[2]. Der allgemein geschätzte und besonnene  «kluge Müller» Heinrich Gujer von Bauma, der Onkel von Adolf Guyer-Zeller, hielt die Eröffnungsansprache und trug massgeblich dazu bei, dass die Versammlung friedlich verlief.

1831, 10. März – Der Kanton erhält eine radikal-liberale Verfassung («Regeneration»), in der die Forderungen vom Ustertag weitgehend erfüllt wurden: Volkssouveränität und Rechtsgleichheit. Hinwil wird nun Bezirkshauptort. Die Radikalität bei der Einführung von Glaubensfreiheit und der Säkularisierung des Bildungswesens bargen allerdings den Keim für neue Unruhen im Zürcher Oberland (Züriputsch 1839).

1832, 22. Nov. – Brand von Uster: Wütende Zürcher Oberländer mit Rellsten Felix als Rädelsführer stecken die Weberei Corrodi & Pfister in Oberuster in Brand.

1833, Nov. – Erneuerung der Volksschule, allgemeine Schulpflicht, Ausbildung von Lehrern am Lehrerseminar Küsnacht und Säkularisierung der Bildung, Gründung der Universität Zürich. Dass die Pfarrer die Volksbildung an weltliche Lehrer abgeben mussten, passte vielen Konservativen nicht und führte zum Züriputsch.

1839, 6. Sept. – Züriputsch: Die Landbevölkerung liess sich durch Modernisierungsgegner aufwiegeln und zog auf Antrieb von Pfarrer Bernhard Hirzel von Pfäffikon nach Zürich, wo es ihr gelang, die radikal-liberale Regierung zu stürzen und durch eine konservative zu ersetzen. Auf Betreiben von Heinrich Gujer und konservativer Kreise wurde der Erziehungsrat und Seminardirektor Thomas Ignaz Scherr abgesetzt.[3] Die konservative Regierung konnte sich bis 1845 halten und wurde dann wieder von einer liberalen abgelöst.

1847 – Unter dem «System Escher» gehört der liberale Kanton Zürich im Sonderbundskrieg zu den Siegern.

1848 – Der Kanton Zürich wird Teil des schweizerischen Bundesstaates.

1869 – Der Kanton erhält eine neue Verfassung, die mehr oder weniger heute noch gültig ist. Wechsel der seit der Regeneration 1831 eingeführten repräsentativen Demokratie zur direkten Demokratie.

1877 – Dank der Totalrevision der Bundesverfassung von 1874 erhielt der Bund die Befugnis, Bestimmungen zum Schutz der Arbeitenden zu erlassen. Das Eidgenössisches Fabrikgesetz von 1877 führt unter anderem den 11-Stundentag ein und verbietet die Beschäftigung von Kindern unter 14.

Zu den Transkriptionen zürcherischer Quellen von Meinrad Suter sen.

Einzelnachweise

[1]Thomas Bürger: Aufklärung in Zürich in der 2. Hälfte des 18. Jh.. 1997, Digitalisat
[2]Guggenbühl et al.: Die Zürcherische Volksschule 1832-1932. Verlag der Erziehungsdirektion 1933, S.8
[3]Bernhard A. Gubler: Züriputsch. Buchverlag der Druckerei Wetzikon AG 1989, Der «Züriputsch» in Schilderungen aus dem Bezirk Pfäffikon, S. 23

weiter >