Bäretswil

Bäretswil ist eine Gemeinde im Zürcher Oberland mit gut 5000 Einwohnern und ist wegen seiner sonnigen Lage ein beliebter Wohn- und Erholungsort. Der Ort wird zur Zeit der Alemannen 741 erstmals erwähnt, war nach der Reformation ein Zentrum der Wiedertäufer, entwickelte in den Flarzen der Aussenwachten bedeutende Heimarbeit und war mit den Fabriken von Guyer-Zeller und Spörri Pionier in der Frühindustrialisierung. Erst 1901 mit der UeBB ans Eisenbahnnetz angeschlossen verlor es im 19. Jahrhundert an Bedeutung und konnte erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts dank seiner Lage den Anschluss finden.

Geschichte von Bäretswil

Bäretswil liegt am Rande der römischen Verbindungsachse von den Bündner Pässen über Walensee und Zürichsee, Kempraten, Kempten und das Kastell von Irgenhausen nach Oberwinterthur, dem einstigen Vitudurum. Dass sich schon damals im sonnigen Adetswil pensionierte römische Soldaten niederliessen, lassen Funde von römischen Münzen im Pulten oberhalb Adetswil vermuten.

Der Name «Bäretswil» aber stammt von den Alemannen, die das Gebiet ab dem 6. Jahrhundert in Einwanderungswellen besiedeln. Die erste Welle ist durch Ortsbenennungen bezeichnet, die auf -ingen enden wie Andelfingen, Wipkingen oder Schwamendingen. Orte der zweiten Welle enden vorwiegend auf -ikon wie Effretikon, Auslikon oder Isikon. In einer dritten Einwanderungswelle um 700 sind die auf -wil endenden Orte Adetswil und Bäretswil besiedelt worden. Anno 741 wird Bäretswil in einer Schenkungsurkunde erstmals erwähnt als «Berolfesvilari», was sich als «Weiler des Berolf», des Bärenstarken, lesen lässt. Einzug ins Wappen aber hat der Bär erst um 1900 gefunden.
Bei diesen Urkunden um 741 und 745 ging es um Schenkungen von Adligen an das Kloster St. Gallen um sich einerseits vor den Franken zu schützen, die um 800 unter Karl dem Grossen zur Grossmacht wurden. Und anderseits wollten sie damit auch ihr Seelenheil sichern.

Die Klöster konnten ihren Besitz nicht selber verwalten, sondern gaben diese als Lehen an Geschlechter, die für den Schutz des Gebietes und die Einnahme der Steuern sorgte. Lehensträger für die (niedere) Gerichtsbarkeit waren die Grafen von Rapperswil, die um 1200 auf dem Greifenberg ihre Burg errichten. Für die hohe Gerichtsbarkeit lag die Gemeinde im Grenzgebiet zwischen den Rapperswilern und den Kyburgern.

Aus Geldnöten wurden diese Lehen häufig weiter verpfändet und so kam die ganze Herrschaft Grüningen, zu der auch Bäretswil gehörte, 1408 unter die Knute der Stadt Zürich, von der sie erst mit der Helvetik 1798 durch Napoleon befreit wurde.

Nur wenige Jahre nach der Einführung der Reformation 1518 durch Zwingli in Zürich wechselt auch Bäretswil zum neuen Glauben. Gekoppelt mit Hoffnung auf Freiheit entstand schon 1525 in Bäretswil und Umgebung die Bewegung der Wiedertäufer. Auch 500 Jahre später erinnert die Täuferhöhle noch an die Ereignisse.

Auf die Freiheit musste Bäretswil noch 300 Jahre warten. Nach ersten Ansätzen von Helvetik und Mediation brachte der Ustertag 1830 die Wende zur Demokratie. Die Einführung der Volksschule führt zu neuen Schulhäusern in den Aussenwachten und die Liberalisierung lässt die Zahl an Restaurants explodieren.

Eine Blüte erreichte Bäretswil mit der Heimarbeit im 18. Jahrhundert und mit der frühen Industrialisierung dank der Nutzung der Wasserkraft in Fabriken von Guyer-Zeller, Spörri und weiteren Unternehmern. Was aber auch zu Verwerfungen führte wie beim Brand von Uster 1832. Die späte Erschliessung durch die UeBB liess aber Bäretswil für längere Zeit in einen Dornröschen Schlaf versinken, aus dem sie dank der sonnigen Lage ab 1930 langsam wieder erwachte.

Die Bevölkerung

Wohl die schrecklichsten Tage ihrer Geschichte erlebte Bäretswil 1629, als die Pest von ca. 1’340 Seelen deren 750 oder fast 60% der Bevölkerung dahin raffte und ganze Aussenwachten wie Wappenswil ausstarben.

Eine 1. Sekundarschulklasse hat die Gemeinde Bäretswil in geografischer, politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht in der Bestandesaufnahme 1989 beschrieben.

Zum «Ursprung» von Bäretswil.

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